Eröffnung Haus der Volkskultur
Termin: Samstag, 21. Juni 2008, 14.00
Wo: Haus der Volkskultur, Promenade 33, 4021 Linz (bei Schlechtwetter: Redoutensaal)


Am 21. Juni 2008, 14.00 Uhr eröffnet Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer das Haus der Volkskultur, Promenade 33, 4021 Linz. Von 14.00 bis 18.00 Uhr findet vor dem Haus ein Eröffnungsfest statt, bei Schlechtwetter im Redoutensaal. Ein volkskulturelles Programm, moderiert von Franz Gumpenberger, zeigt einen Querschnitt durch die Bereiche Musik, Sprache, Tanz und Tracht, um nur einige Facetten zu nennen. Die im Haus angesiedelten volkskulturellen Verbände laden an diesem Tag der offenen Tür ein, die Büroräume zu besichtigen und sich über die Tätigkeiten und Aufgabengebiete zu informieren. Für Speis und Trank ist gesorgt.

Tag des Volksbildungswerkes am 12.4.2008 im Atrium in Bad Schallerbach
Wir laden Sie herzlich ein zum

Tag des Volksbildungswerkes!

„Bilder die bewegen – Bildung die bewegt“
mit Abenteurer und Universum-Filmer Erich Pröll

am 12. April 2008, ab 14.00 Uhr

im Atrium, 4701 Bad Schallerbach

Programm:


11.30
Empfang mit LtPräs. Angela Orthner,
Präsidentin des OÖ. Volksbildungswerk

Für alle Mitglieder des OÖ. Volksbildungswerkes und Interessierte besteht die Möglichkeit, sich über das aktuelle Geschehen im Landesverband zu informieren und in gemütlicher Atmosphäre Erfahrungen mit den Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Genießen Sie regionale Schmankerl aus Oberösterreich


14.00
„Bilder die bewegen – Bildung die bewegt“

Der Abenteurer und bekannte Universum-Filmer Erich Pröll im Gespräch mit Mag. Klaus Huber, ORF. Besondere Filmausschnitte geben einen eindrucksvollen Einblick in die Arbeit des erfolgreichen TV-Naturfilmers.

Ab 15.30
Ausklang am Info-Buffet


Musikalische Umrahmung durch ein Ensemble der Landesmusikschule Bad Schallerbach


Wandel und Wandlung - Vortrag von Prof. J. Riedl über die Bildungszukunft in OÖ.
1. Zukunftsbildung durch Bildungszukunft

„Immer wenn ich der Zukunft begegnet bin, war sie groß, riesig, übermächtig. Und immer haben alle vor ihr gebuckelt, gekuscht, wurde alles ihr geopfert. Die Zeit, Menschen, Spiele, alle Gegenwart. Und hat die Zukunft, dieser gefräßige Futurismus-Drache, sich nachträglich bedankt? Sie, die Zukunft,...auch sie wird bald Geschichte sein...Darum Leben! Leben! Genießen wir die Gunst der Stunde. Seien wir froh, dass wir noch leben. Bestaunen wir die Schöpfung. Leben wir das Leben. Jetzt! Und wenn es richtig ist, schlüssig, dann stimmt es auch für das, was später kommt, für alle Zeit.“ (Franzobel, Der Standard, 5./6.05.07, K13) Und was ist richtig und schlüssig oder auch nicht?
Was vergangen ist, entzieht sich unserem Einfluss, wird unveränderlich und unverfügbar. Veränderbar bleibt der deutende Zugang. Verfügbar machen wir uns das unverfügbar Vergangene in der Erinnerung. Das Gedächtnis bewahrt das Gelungene beherzigt, sodass es weitergeführt werden kann, und das Misslungene besorgt, um seine Wiederholung zu vermeiden. Als Geschichte wird das Vergangene im Nachdenk- und Bildungsprozess zugänglich. Das halte ich für schlüssig.
Die Gegenwart ist uns verfügbar und durch ihre Nachwirkung das Kommende. Die Zukunft selbst ist das, was wir nicht kennen können. Dem Wandel ist durch Wandlung zu begegnen. Zipfel der Vergangenheit können wir in der Gegenwart erheischen und als Zeichen der Zukunft deuten: Wie viele Kinder mit Migrationshintergrund hat es 1950 gegeben, welche Wirtschaftzweige, welchen CO2-Ausstoss? Wie hoch war die Lebenserwartung? Welches Bildungsangebot hat bestanden? Und wie steht es mit diesen Bedingungen heute? Die Herausforderung des Wandels besteht einerseits in der persönlichen Wandlung, in der Wandlung durch individuelle Erkenntnis und individuelles Lernen. „Wolle den Wandel...“ ruft R. M. Rilke zu. Leben ist auch Wandel durch Lernen. Das Bedürfnis nach „mehr“ in allem ruft ständig zur lernenden Entdeckungsreise auf, auch in der Annäherung an das völlig Unverfügbare im Staunen, in der Neugier. Das halte ich für richtig.
Die Notwendigkeit gesellschaftlichen Wandels ergibt sich aus unserem Zueinander. Es darf sozialethisch nicht bei der Erkenntnis der Notwendigkeit von Veränderung bleiben. Denken ist zwar nach B. Brecht das, was dem Handeln voraus geht, aber Solidarität muss aktiv ankoppeln. Zusammen genommen kann auf diese Weise Bildungszukunft zur Zukunftsbildung werden, sodass Bildung Zukunft geschaffen haben wird, wenn sie selbst bereits dem Gestern angehört. Auch das halte ich für richtig.

„Thinking life will be better in the future is stupid. I have to live now!” (Stefan Sagmeister, Schaurausch 2007)

Und Franzobel:
„Jetzt! Und wenn es richtig ist, schlüssig, dann stimmt es auch für das, was später kommt.“ meint Franzobel.
Oberösterreich, das Land in der Mitte, das Land der Mitten, kann als blühendes Bundesland, als Herzeigebundesland beschrieben werden: das Kulturland, das Musik(schul)land, das Industrieland, das Genussland, das Sozialland, das Bildungsland, das bereit ist für morgen, gleich den klugen Jungfrauen im biblischen Gleichnis.

2. Zeichen des Wandels

Einige bedeutsame Zeichen des Wandels greife ich heraus, um Aspekte der Bildungszukunft in Oberösterreich zu betrachten. „Wir alle sollten uns öfter Fragen stellen, die wir bisher nicht zu fragen wagten. Es geht darum, seine Denkmuster für eine Nanosekunde zu unterbrechen.“ (J. Fiennes, Schauspieler, Die Zeit, 2007,19,72) Die Dinge des Lebens haben verschiedene Seiten, daher fasse ich die Zeichen in ein Einerseits und Anderseits und füge jeweils einen Vorschlag an als Widerstand gegen Pessimismus.
• Einerseits hat der Wohlstand hierzulande einen historischen Höchststand erreicht, anderseits steigt die Zahl der Armen und von Armut Betroffenen. Das Verteilungsproblem wird nachhaltiger durch verbesserten Bildungsstand gelöst als durch Sozialleistungen.
• Einerseits verringert das globalisierte Kapital den politischen Gestaltungseinfluss, anderseits nehmen Risikofaktoren wie Klimaänderung oder Terrorismus zu. Bildungsinhalte müssen am Gegenwartsbezug orientiert werden.
• Einerseits liegt das Konzept der ökosozialen Marktwirtschaft vor, anderseits herrscht Schicksalsgläubigkeit. Bildungseinrichtungen sollen sich als ökologische Einheiten verstehen.
• Einerseits verfügen wir über ein ausgebautes Sozialsystem, anderseits kann der steigende Pflegebedarf für die Älteren kaum mehr bewältigt werden. Generationen übergreifende Verantwortung bedarf ständiger Übung in Schulen, Universitäten, Hochschulen und Vereinen.
• Einerseits meldet die Wirtschaft Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften aus dem Ausland, anderseits ist anhaltende Ausländerfeindlichkeit zu beklagen. Die Anerkennung des Rechtes auf Verschiedenheit und die Beherrschung der Fremdsprachen dienen dem Miteinander unterschiedlicher Ethnien.
• Einerseits wird „young for ever“ und Anti-Aging suggeriert, anderseits nimmt unvermeidbar die Überalterung der Gesellschaft zu. Umfassende Vorbereitung auf das Altern gehört zum Gebot der Stunde.
• Einerseits werden die Arbeitsbiografien in der Zukunft brüchiger, anderseits stellt die Berufsausbildung darauf zu wenig ab. Selbstverantwortung und Wandlungsfähigkeit müssen vorrangige Bildungsziele werden.
• Einerseits genießen wir noch nie da gewesene individuelle Freiheiten, anderseits erhöht sich die Zahl der Unzufriedenen und Egomanen. In Bildungseinrichtungen müssen Leistung und Beziehung und Bescheidenheit gefördert werden.
• Einerseits verteilen sich Begabungen ohne Zweifel gleich auf die Geschlechter, anderseits weichen die beruflichen Karrieren der Frauen deutlich davon ab. Schulische Begabtenförderung muss geschlechtsgerecht erfolgen. Zeitgemäße Hilfskonstruktionen z.B. ganztägige Kinderbetreuung müssen flexibel und lückenlos angeboten werden.
• Einerseits boomt der Wellnesskult wie nie zuvor, anderseits geht die „Vernunft des Leibes (F.W.Nietzsche) verloren. Bildung muss am Leitfaden des Leibes erfolgen, Bewegung und Ernährung aus der Randbedeutung geholt und bewegungsaktiver Lebensstil gefördert werden.
• Einerseits besteht ein breiter Zugang zur Kultur, anderseits im Bildungswesen noch immer hohe Selektion, welche auch die Bildungsbereitschaft im Erwachsenenalter mindert. Die Übergänge im Bildungssystem müssen am Entwicklungspotential und nicht an Fehlern orientiert werden.
• Einerseits wird zu aktiver kultureller Mitwirkung eingeladen, anderseits wird sie wegen der Bindungsscheu nicht angenommen. Die Beteiligung an außerschulischen kulturellen Projekten muss während der Schulzeit einsetzen. Neu Konvois werden zu bilden sein, z.B. die Erneuerung von Nachbarschaft (Vorbereitungsgruppen zu Erstkommunion und Firmung).
• Einerseits verzeichnen die Einrichtungen der Erwachsenenbildung guten Besuch, anderseits zeigen immer mehr Schülerinnen und Schüler Anzeichen der Lernmüdigkeit. Leistungsbeurteilung als Fehlersuche entfremdet. Sie muss durch förderorientierte ersetzt werden.
• Einerseits hat sich O.Ö. zum hochindustriellen Bundesland entwickelt, anderseits entscheiden sich zu wenige Eltern und Jugendliche für technische und naturwissenschaftliche Studien. Papier- und Bleistiftnaturwissenschaft muss dem Unterricht in Experimenten weichen.
• Einerseits vervielfältigt sich das Wissen, anderseits gelingt die persönliche und gesellschaftliche Verfügbarkeit zu wenig. Lernen zu lernen, also Methodenwissen gehört zum Zielkanon eines jeden Gegenstandes oder Wissensangebotes.
• Einerseits zählen die meisten Eltern ihre Kinder zum Kostbarsten, das sie haben, anderseits verweigern sie oft die sprachliche Kommunikation. Elternbildung wird zur besonderen Herausforderung der Erwachsenenbildung.
• Einerseits ist der „Verlust des Heiligen“ zu beklagen, anderseits bleiben religiöse Bedürfnisse ungestillt. Bildungsfragen müssen in intellektueller Redlichkeit bis zum Metaphysischen, bis an die Grenzen des Erklärbaren vorstoßen.
Zusammenfassend nenne ich in Schlagworten jene Zeichen, die andrängen und zur Drohgebärde werden, wenn sie in unserer Bildungszukunft nicht zum Gestaltungsziel werden. Es sind Zeichen, die einerseits für Entfremdung in der Gesellschaft stehen, anderseits aber die Chance zur Wandlung anbieten:

der Friede und Zusammenhalt der Generationen,
die Bewältigung der Migration,
die Leistungs- und Beziehungsfähigkeit der Jugend,
die Chancengleichheit der Frauen,
die Klimaänderung,
die scharfe Wirtschaftskonkurrenz aus Asien,
der Zivilisationsanspruch aller Weltbürgerinnen und Weltbürger im Zusammenhang mit der Belastbarkeit des Planeten Erde.
Dem Anschein nach betreffen diese Zeichen Unverfügbares für ein im Weltverhältnis kleines Bundesland. Weder Hilflosigkeitsgefühle gegenüber der Unübersichtlichkeit etwa durch Risikogesellschaft, Informationsdichte und Tempo, noch Machbarkeitswahn gegenüber Globalaufgaben können helfen, vielmehr die begründete Zuversicht, die Erneuerung werde von der Überschaubarkeit ausgehen. „Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, müssen wir zulassen, dass sich alles verändert!“ formuliert in paradoxer Weise Guiseppe Tomasi di Lampedusa.

3. Anregungen zur Bildungspartitur in O.Ö.

Die Partitur der Bildungszukunft in O.Ö. sollte sich nicht nur am Wandel, sondern auch an unveräußerlichen Leitfäden orientieren, denn „wer mit dem falschen Knopfloch beginnt, kommt mit dem Zuknöpfen nicht zurecht!“ (J.W.v.Goethe) Eine solche Partitur wahrt die Balance zwischen Stabilität und Veränderung. Um die folgenden fünf Leitmotive lassen sich Kernziele für Lebenskompetenz ansiedeln. Wenn sie klar gemacht sind, werden organisatorische Maßnahmen im Bildungsbereich zu Wegbereitern eines noch besseren Zukunftslandes O.Ö.
 Lernen erfolgt am Leitfaden des Leibes. „Der Leib ist eine große Vernunft.“ sagt F. Nietzsche. Zu denken ist an gesunde Ernährung und bescheidene Lebensweise, an die Wirkung von Musik und Bewegung, an das Hand-Werkliche an die biologischen Bedingungen des Gedächtnisses oder die architektonische Rhetorik als „gebaute Pädagogik“. – Das Gebäude ist der dritte Lehrer, sagt man in Schweden. Und Lernen ist überhaupt so individuell wie der Leib.
 Lernen erfolgt am Leitfaden des Leistungsmotivs. Es wird angesprochen durch angemessene Forderung, durch Neuigkeit und Erwartungen. Es zielt darauf, die eigene Tüchtigkeit selbständig zu steigern oder hoch zu halten. Das Leistungsmotiv vermittelt ein wirksames Selbstkonzept, das die Ich-Stärke beeinflusst. „Hilf mir, es selbst zu tun!“ lautet dazu die unnachahmliche Devise von M. Montessori. Selbständiges unterscheidendes Denken setzt Ich-Stärke voraus.
 Lernen erfolgt am Leitfaden des Interesses. Interessen sind individuell wie Begabungen. Daraus folgt, nicht nur nach Leistung, sondern auch nach Neigung zu unterrichten. – Streng genommen müsste für jede Lernende und jeden Lernenden ein individueller Lernplan erstellt werden: Lernbuffet statt Einheitsbrei oder Lehrbuch-Fast-Food! Die Auseinandersetzung mit den Wissensbeständen sollte auch geschlechtsspezifisch erfolgen. Interesse weckt die Kreativität, die unverfügbar Scheinendes verfügbar macht.
 Lernen erfolgt am Leitfaden der Kultur. Ihr Geheimnis liegt in der Überschreitung des Nützlichen. Kultur stärkt das Ich. Bildung schafft Kultur und Kultur bildet. Die Fraktionierung der Welt in Gegenstände ist zeitlich bedingt und muss stets angepasst werden.
 Lernen erfolgt am Leitfaden der Gemeinschaft. In der Zusammenfassung in Lerngruppen wird Sozialkompetenz vermittelt. Einfühlung und Verantwortung werden in Projektarbeit, im Rollenspiel, im darstellenden Spiel, oder durch Schülerinnen und Schüler als Tutoren gefördert. – Wer Gutes tut, ist auch in der Schule gut.
Von diesen Leitfäden lassen sich konkrete Vorschläge herunter brechen, ohne in die Sackgasse der Organisationsfalle zu tappen, in den Irrtum, allein die organisatorische Veränderung von Bildungsinstitutionen bewirke eine Verbesserung der Vermittlungsqualität.
Wissen ist Macht. Es offen zugänglich zu machen, teilt sie. Wissend mächtiger zu werden, bedeutet selbständiger und mündiger zu werden. Das gilt für alle Lebensalter und alle Bildungseinrichtungen. Klare nachvollziehbare Zieldefinition und Ergebnissicherung (Qualitätsevaluierung) unter ausdrücklicher Beteiligung der Betroffenen sind unverzichtbar geworden. Zur Professionalität aller Lehrenden gehören heute Selbst- und Fremdevaluierung. Das Leitbild des OÖVBW umschreibt vorbildlich die professionelle Orientierung einer Kultur- und Bildungsplattform.
3.1 Schulen

Eine humane Leistungsschule als individuell förderndes integriertes System baut über themenzentrierte Interaktion Entfremdung zwischen den Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrerinnen und Lehrern sowie zwischen den Schülerinnen und Schülern und den Inhalten ab. Die Lernblockaden durch Angst werden zurückgehen. Im Unterricht dieser Schule wechseln Direktinstruktion und offene Lernformen einander ab, die zum selbständigen und eigenverantwortlichen Lernen anregen. Ein differenziertes Rückmeldesystem über den jeweiligen Leistungsstand dient der eigen gesteuerten gezielten Verbesserung und fördert die Freude an Lernen und Leistung. In jedem Gegenstand wird das Arbeits- und Sozialverhalten zudem in Form von Fremd- und Selbsteinschätzung festgehalten. Ein Schultraum? – Verwirklicht an der Europaschule der Päd. Hochschule O.Ö.
Zehn Vorschläge zur Verbesserung des schulischen Unterrichts:

1 Zielklarheit und Ergebnissicherung schaffen.
2 Das Pensenbuch für Schüler/innen ist in der Trafik erhältlich.
3 Ein Pflichtenheft für Lehrer/innen ist öffentlich gemacht.
4 Der Leistungsnachweis der Schüler/innen erfolgt primär durch Portfolio und Pensenbuch, erst sekundär durch die Notenskala.
5 Freie Lernarbeit in vorbereiteter Umgebung wird täglich angeboten.
6 Interessensbezogene Wahlmöglichkeiten gibt es spätestens ab der 7.Schulstufe.
7 Die regelmäßige Unterrichtsevaluierung wird gegenüber den Eltern offen gelegt.
8 Für die Lehrerschaft werden leistungsbezogene Lohnanteile eingeführt.
9 Das Schulgebäude der Zukunft wird als „wissenslatente Umgebung“ errichtet und eingerichtet. Ein Gestaltungsbeirat dafür ist anzuraten.
10 Der Computer gehört so zum Lernen wie das Schulbuch.


Vier Vorschläge zum Konzept wohnortnaher Einrichtungen für Bildung:

• Die Standorte der Pflichtschule, besonders der Kleinschulen zum Haus des Lernens machen.
• Die weißen Flecken in der Landschaft der höheren Schulen und Erwachsenenbildung beheben: z.B. Gymnasium in Marchtrenk.
• Regionale Begabtenförderung durch erreichbare „Laborgymnasien“ mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt und bilinguale Gymnasien in allen Regionen (nicht nur in Linz) erweitern.
• Verpflichtend Partnerschaft zwischen Schule und Unternehmen schließen.


3.2 Hochschulen , Universitäten

Hochschulen und Universitäten weiter öffnen. Im Jahre 2002 hat eine Aktion des berühmten MIT wie eine Bombe eingeschlagen. Diese Elite-Uni der USA hat ihr Lehr- und Kursmaterial frei zugänglich gemacht. Eine eigene Redaktion bereitet die Unterlagen für das Web auf. Andere Universitäten sind diesem Beispiel gefolgt. Immer mehr Mitbürgerinnen und Mitbürger werden mit dem Internet vertraut und können bislang elitär gebliebene Quellen des Wissens selbständig anzapfen. Dennoch werden Sozialphasen unentbehrlich bleiben, weil sie von der Sehnsucht zum Miteinander angetrieben werden.
Ohne der Kompetenz der hohen Schulen in die Saiten greifen zu wollen: Wie wäre es wenn,
• die Päd. Hochschulen Elternkurse anböten mit Sozial- und Selbstlernphasen – verbunden mit einem Bildungsgutschein;
• die Fachhochschulen und die JKU populär-wissenschaftliche Ringvorlesungen und Kurse entwickelten;
• die UfG in ihren Disziplinen offene künstlerische Workshops einrichtete;
• die KTU Seminare über religiöse Erziehung für Eltern aufstellte;
• die A. Bruckner Uni eine Musikwerkstatt über Musizieren in der Familie errichtete;
• ein Fachhochschulstudiengang für Wissensmanagement gegründet würde;
• die tertiären Bildungseinrichtungen die Dozenten mit der besten Hochschuldidaktik auszeichnete?

3.3 Erwachsenenbildung

Zunächst erinnere ich verstärkend an das Ziel des Forums für Erwachsenenbildung, diese mit der Schulbildung gleich zu stellen. Auch kleinere Schritte führen zu diesem Ziel. So die Akademie für Volkskultur, das Qualitätssiegel des OÖVBW oder der Trainer Award des Landes.
Einige ergänzende Anregungen:

• Die Landeskulturzentren zu regionalen Trainingszentren für Bildungsmoderatoren weiterentwickeln.
• Das Bibliothekswesens zu barrierearmen Infotheken ausbauen.
• Modelle andragogischer und kultureller Begleitung in Seniorenheimen unter Einbeziehung qualifizierter Ehrenamtlicher ausarbeiten (Analog zu Hospizbewegung).
• Förderliche Bedingungen für private Computernutzung und Internetzugang (temporäre Abschreibmöglichkeit) schaffen.
• Regelmäßig und motivierend über die Möglichkeit der Bildungskarenz, des Bildungsgutscheines, des Bildungskontos und des Bildungsfreibetrages informieren.
• Das geplante naturwissenschaftlich-technische Erlebniszentrum in Wels rasch verwirklichen.
• Ein Institut für zeitgemäße Museumspädagogik für die O.Ö. Museen als Lernorte einrichten.
• Schul- und Vereinsfreizeiteinrichtungen verzahnen.

3. Ein poetisches Nachwort

Mit einer Fabel von Leonardo da Vinci komme ich zu einem poetischen Schluss. Damit verstärke ich den Bildungsmythos Wandlung. Auf dem Wegweiser in die Zukunft steht dann Bildung, wenn sie die Zeichen der Zeit erkennt und zum beglückenden Lebensbestand in allen Lebensaltern wird. Das Unglück kehrt in jenen Kulturen ein, die versuchen, die Zukunft vorwegzunehmen. „Das, was noch nicht ist und vielleicht nie sein wird, ist wahrlich eine dünne Suppe. Wer davon leben muss, hat nichts zu lachen.“ (Lissmann, K.P.. Die Presse, 07.04.07, II)

„Eng an ein Blatt geschmiegt, sah die Raupe um sich: Da sang es, sprang es, lief es, flog es. Alle Insekten waren in ständiger Bewegung, nur sie, die ärmste hatte keine Stimme, lief nicht, flog nicht. Mit großer Mühe gelang es ihr, sich vorwärts zu bewegen, aber so wenig, dass sie eine Weltreise gemacht zu haben schien, wenn sie von einem Blatt zum anderen glitt. Trotzdem beneidete sie niemanden. Sie wusste, dass sie eine Raupe war und dass Raupen lernen mussten, einen seidigen Schaum zu spinnen, um mit wunderlicher Kunst ihre Behausung zu weben. Also machte sie sich mit großem Eifer an die Arbeit. In kurzer Zeit war die Raupe eingeschlossen in einen lauwarmen Kokon von Seide und abgetrennt von der übrigen Welt. ‚Und nun?’ fragte sie sich. ‚Noch ein wenig Geduld, und du wirst staunen.’ Im rechten Augenblick erwachte die Raupe und war keine Raupe mehr. Aus dem Kokon trat sie mit zwei herrlichen Flügeln, die mit lebhaftesten Farben geschmückt waren, und erhob sich sogleich in die Höhe, himmelan.“
„Generation 50 plus-
DER ÄLTERE MENSCH im Blickfeld der Erwachsenenbildung“
Das Projekt „Generation 50 plus- DER ÄLTERE MENSCH im Blickfeld der Erwachsenenbildung“ wurde unter der Leitung und Begleitung durch den Landesverband OÖ. Volksbildungswerk gestartet. Das OÖ. Volksbildungswerk verfügt über beste Voraussetzungen für ein Bildungsangebot für ältere Menschen und hat daher Angebote für diese Zielgruppe als besonderen Schwerpunkt in sein Programm 2005 aufgenommen. Das OÖ. Volksbildungswerk beabsichtigte damit einen deutlichen und gesellschaftspolitisch wichtigen Beitrag zu leisten, mit dem Ziel der demografischen Entwicklung entsprechende Bildungsmaßnahmen anzubieten.

Im Jahr 2005 erfolgte somit eine projektgerechte Durchführung von „Generation 50 plus- DER ÄLTERE MENSCH im Blickfeld der Erwachsenenbildung“. Im Rahmen dieses Schwerpunktprogramms wurden vom Landesverband OÖ. Volksbildungswerk insgesamt 61 Bildungsangebote mit rund 1700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt. 8 Kurse und Fachvorträge mit rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden vom Landesverband OÖ. Volksbildungswerk selbst zentral im Großraum Linz angeboten. Dezentral wurden im Bundesland Oberösterreich gemeinsam mit den 180 Mitgliedsorganisationen des OÖ. Volksbildungswerkes 53 Veranstaltungen in allen Vierteln des Bundeslandes durchgeführt. Bei diesen landesweiten Fach-Veranstaltungen haben insgesamt über 1.500 Personen teilgenommen, was das große Interesse an dieser Aktion beweist.

Auf Grund des starken Interesses in der Bevölkerung und der hohen Motivation unserer Mitgliedsorganisationen wird dieses Schwerpunktprogramm auch 2006 fortgesetzt werden. Ziel ist es weitere Angebote für die bereits erreichte Zielgruppe zu entwickeln und neue Personenkreise für das bisherige und positiv bestätigte Angebot zu gewinnen und zu begeistern.

Im Rahmen dieses Projektes fand zielgruppenorientierte Bildungssarbeit statt. Dazu wurden neben 5 EDV-Veranstaltungen, 3 spezielle Fachvorträge mit besonderen inhaltlichen Schwerpunkten (Arbeitsmarkt, Bildungs- und Kulturaustausch, Poltisches Engagement, Erbrecht etc.), sowie 53 Veranstaltungen unterschiedlichster Art und Inhalte von den einzelnen Mitgliedsorganisationen des Landesverband OÖ. Volksbildungswerk durchgeführt. Folgende Auswertung soll einen kleinen Eindruck geben über die Zahl und Aufteilung der Veranstaltungen- und der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sowie das Aufteilungsverhältnis nach Geschlecht der teilnehmenden Personen.

Rückblickend konnten die vom Landesvorstand des OÖ. Volksbildungswerkes in dieses Schwerpunktprogramm gesetzten Erwartungen nicht nur bestätigt werden, sondern wurden erfreulicherweise sogar noch übertroffen!

Mag. Daniela Zeilinger
Projektleitung
Jänner 2006


Das OÖ. Volksbildungswerk:
180mal Bildungs- und Kulturkompetenz
Denkt man an die Zukunft unserer Gesellschaft, so sind vor allem zwei Bereiche wichtig: Bildung und Kultur. Sie sind prägend für unsere Entwicklung. Bildung und Kultur sind untrennbar miteinander verbunden. Eines ist ohne das andere nicht möglich. Das OÖ. Volksbildungswerk verbindet in seiner Arbeit Bildung und Kultur. 180 Mitgliedsvereine in landesweit 13 Bezirksgruppen sind eine starke Bewegung, die jedes Jahr im Schnitt rund 3.000 Veranstaltungen organisieren.

Es sind zwei Dinge, die unsere Arbeit besonders auszeichnen: einerseits die bereits erwähnte Verbindung von Bildung und Kultur. Wir trennen nicht, wir vereinen und bereichern somit unser Land um neue Impulse, neue Ideen, neue Initiativen. Das zweite ist unsere regionale Verankerung: wir arbeiten in den Gemeinden, weil wir die Menschen dort erreichen wollen, wo sie ihren Lebensmittelpunkt haben. Damit ist das Volksbildungswerk ein wichtiger Motor in einer selbstbewussten, regional verankerten Bildungs- und Kulturarbeit geworden. Die einzelnen Mitgliedsvereine arbeiten autonom in ihren Gemeinden. Der Landesverband sorgt für die Vernetzung, fördert und unterstützt die Arbeit vor Ort und sorgt dafür, dass sich ein "roter Faden" durch die Arbeit des Volksbildungswerkes zieht.

Das Gedenkjahr 2005 war der "rote Faden" unserer Arbeit im heurigen Jahr. Gemeinsam haben wir uns bemüht, einen aktiven Beitrag zu den großen Jubiläen (60 Jahre Kriegsende, 50 Jahre Staatsvertrag, 10 Jahre Beitritt Österreichs zur Europäischen Union) zu leisten. Viel ist dabei geschehen: in den Gemeinden wurden Vorträge und Veranstaltungen über die jüngste Zeitgeschichte durchgeführt, auf Landesebene haben wir vor mehr als 300 Gästen die Jahre 1945 - 1955 in Erinnerung gerufen.

Für das heurige Arbeitsjahr haben wir uns vorgenommen, verstärkt an unserer Organisation zu arbeiten, sie für neue Herausforderungen fit zu machen. Es wird zurzeit viel über Globalisierung diskutiert. Grenzen verschwinden. Wir wollen mit unserer Arbeit einen Beitrag dazu leisten, regionale Identität zu stärken. Eine aktive Bildungs- und Kulturarbeit in den Gemeinden ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Eckpfeiler. Das OÖ. Volksbildungswerk mit seinen Mitgliedsvereinen ist ein Motor dafür. Wir sind offen für die Vielfalt der Themen, stellen uns der Herausforderung aktiv mitgestalten zu wollen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind uns dazu jederzeit herzlich willkommen. Notwendig dazu ist nur eines: der Wille und das Interesse, für Bildung und Kultur arbeiten zu wollen.

Unsere Adresse: Landesverband OÖ. Volksbildungswerk, Landstraße 31, 4020 Linz,
Tel.: 0732/773190, EMail: office@ooevbw.org, Internet: www.ooevbw.at.